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Frisch gedacht, kreativ gemacht: Frankfurts neue Arbeitswelt auf der Hanauer Landstraße

Autorenbild: Von Peter Breul
Von Peter Breul
11. Aug.
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Aug.

Vom OstStern bis zum ANQR Tower wächst entlang der Hanauer ein neuer Unternehmensstandort für Mittelständler, kreative Köpfe und internationale Konzerne.


Schwarzweißes Backsteingebäude mit zentraler Feuerleiter und vielen Fenstern, nüchterne Stadtansicht.

STANDORT · WIRTSCHAFT · ENTWICKLUNG


Hanauer Landstraße in Frankfurt: Wo Industriegeschichte auf neue Arbeitswelten trifft

Die Hanauer Landstraße gehört zu den widersprüchlichsten und zugleich wirtschaftlich interessantesten Adressen Frankfurts. Auf rund sieben Kilometern verbindet sie die Innenstadt mit Ostend, Osthafen und Fechenheim. Zwischen Europäischer Zentralbank, modernen Bürohäusern, Hafenlogistik, Restaurants, Hotels und einer der bekanntesten Automeilen der Region ist ein Standort entstanden, der deutlich mehr bietet als Gewerbe entlang einer Ausfallstraße.


Kaum eine Frankfurter Straße erzählt den wirtschaftlichen Wandel der Stadt so unmittelbar wie die Hanauer Landstraße. Früher prägten Maschinenbau, Lagerhallen, Werkstätten, Großhandel und Hafenbetriebe das Bild. Später kamen Werbeagenturen, Architekturbüros, Medienunternehmen, Autohäuser und Gastronomiekonzepte hinzu. Heute stehen denkmalgeschützte Backsteinbauten neben zertifizierten New-Work-Gebäuden, während wenige Meter weiter Lastwagen den weiterhin aktiven Osthafen bedienen.


Genau dieser Kontrast macht die „Hanauer“ aus. Sie ist keine glatte geplante Bürostadt und kein klassisches innerstädtisches Geschäftsviertel. Sie ist ein gewachsener Wirtschaftsraum, in dem Arbeiten, Wohnen, Logistik, Mobilität, Gastronomie und Freizeit immer enger zusammenrücken. Wer ihre Qualität beurteilen möchte, muss jedoch genauer hinsehen: Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Abschnitt erheblich. Eine Straße, drei unterschiedliche Standortlagen.


Der westliche Abschnitt beginnt am Allerheiligentor und führt bis zum Ostbahnhof. Hier ist die Hanauer Landstraße noch stark innerstädtisch geprägt. Wohnhäuser, kleinere Gewerbeeinheiten, städtische Einrichtungen und Dienstleister liegen nahe an der Innenstadt. Die Zeil, die Konstablerwache, der Zoo und das Mainufer sind schnell erreichbar. Für kleinere Büros, Praxen und Dienstleistungsunternehmen ist dieser Teil interessant, weil er urbane Nähe mit einer im Vergleich zum Bankenviertel eigenständigeren Adresse verbindet. Der wirtschaftlich dynamischste Abschnitt liegt zwischen Ostbahnhof, Osthafenplatz, Schwedlerstraße und der Anschlussstelle an die A661.


Hier hat sich das Bild in den vergangenen zwei Jahrzehnten besonders stark verändert. Die Europäische Zentralbank an der ehemaligen Großmarkthalle wirkt dabei wie ein städtebaulicher Anker. Rundherum entstanden Wohnungen, Hotels, Restaurants und moderne Bürogebäude. Gleichzeitig blieben das Union-Gelände, historische Gewerbehöfe und die Hafenbecken als sichtbare Bestandteile der industriellen Vergangenheit erhalten. Dieser mittlere Abschnitt ist heute die eigentliche Business-, Kreativ- und Lifestyle-Lage der Hanauer Landstraße. Östlich der A661 bis Fechenheim und Mainkur wird der Charakter wieder gewerblicher. Großhandel, Logistik, Fachmärkte, Werkstätten, Autohäuser, Produktionsbetriebe und Rechenzentren benötigen Flächen, die in zentraleren Lagen kaum verfügbar sind. Das Umfeld ist weniger repräsentativ und stärker vom Liefer- und Schwerverkehr geprägt, bietet Unternehmen dafür aber größere Grundstücke, funktionale Gewerbeflächen und eine gute Verbindung in Richtung Maintal und Hanau.


Moderne Fassade mit roten und grauen Lamellen und vielen Fenstern, Blick nach oben an einem Bürogebäude.

Verkehrsanbindung: stark auf der Schiene, direkt auf der Straße


Ein wesentlicher Vorteil der Hanauer Landstraße ist ihre durchgehende Erreichbarkeit. Die Straßenbahnlinie 11 folgt der Straße vom inneren Ostend bis nach Fechenheim. Die Linie 12 ergänzt das Angebot bis in das östliche Gewerbegebiet. Für viele Beschäftigte ist die Straßenbahn deshalb die wichtigste Verbindung, weil sie zahlreiche Unternehmensstandorte ohne zusätzlichen Umstieg erschließt.


Am Ostbahnhof besteht Anschluss an die U-Bahn-Linie U6 und an Regionalzüge. Weiter westlich ist die S-Bahn-Station Ostendstraße erreichbar. Aus dem zentralen Abschnitt gelangt man mit der Straßenbahn direkt zum Hauptbahnhof; je nach Ausgangspunkt und Verkehrslage sollte man ungefähr 15 bis 25 Minuten einplanen. Die Innenstadt liegt deutlich näher. Für Mitarbeitende, die aus verschiedenen Teilen Frankfurts kommen, ist die Kombination aus Straßenbahn, U-Bahn, Regionalverkehr und Radwegen ein starkes Argument.


Mit dem Auto ist die A661 über die Anschlussstelle Frankfurt-Ost unmittelbar angebunden. Darüber lassen sich die A3, der Flughafen und die südlichen Teile des Rhein-Main-Gebiets erreichen. Stadtauswärts führt die Hanauer Landstraße über die Bundesstraßen 8 und 40 in Richtung Maintal und Hanau. Diese Lage ist für Außendienst, Kundenbesuche, Lieferverkehr und regionale Unternehmensverbindungen vorteilhaft. Gleichzeitig ist sie die Ursache für den größten Nachteil: Zu den Hauptverkehrszeiten sind Staus, Lärm und ein hoher Anteil an Liefer- und Schwerverkehr keine Ausnahme.


Für Radfahrende hat sich die Situation verbessert. Entlang längerer Abschnitte bestehen Radwege, und das Mainufer bietet eine attraktive Alternative zur stark befahrenen Straße. Dennoch sind nicht alle Querungen komfortabel. Die Stadt selbst beschreibt die breite und laute Verkehrssituation am Ostbahnhof als Barriere. Wer ein Büro auswählt, sollte deshalb nicht nur die Adresse, sondern auch den konkreten Weg von der Haltestelle, die Querungsmöglichkeiten und die Qualität der Fahrradabstellplätze prüfen.


Die Hanauer Landstraße – moderne Arbeitswelten mit Frankfurter Charakter


Radfahrer fährt vor weißem Gebäude mit Dolzer-Schildern und großen Fenstern; schwarz-weiße Stadtszene.

Die Arbeitsqualität hängt stark vom Gebäude ab. Ein Büro direkt an der Straße kann bei älteren Fassaden laut und verkehrsorientiert wirken. Moderne Gebäude lösen dieses Problem durch Schallschutz, kontrollierte Lüftung, Kühlung, begrünte Innenhöfe und rückwärtige Aufenthaltsbereiche. Besonders attraktiv sind Häuser in Richtung Lindleystraße und Hafenbecken: Dort verbinden sich die Erreichbarkeit der Hanauer Landstraße mit Wasserlage, Dachterrassen und kurzen Wegen zum Main.


Das Angebot reicht von klassischen Einzel- und Kombibüros über offen gestaltete Loftflächen bis zu vollständig flexiblen New-Work-Konzepten. Im FRAMES an der Hanauer Landstraße 200 sind Flächen ab etwa 261 Quadratmetern vorgesehen. Die Eastend Offices an den Hausnummern 151 bis 153 ermöglichen durch drei Erschließungskerne eine kleinteilige und anpassbare Nutzung. Im Büroensemble THE DOCKS befinden sich neben klassischen Unternehmensflächen auch flexible Büros und Coworking. Beim zukünftigen ANQR House im Hafenpark Quartier werden sowohl Einzelbüros als auch Open Space, Activity-Based Working und größere zusammenhängende Einheiten angeboten.


Damit spricht der Standort unterschiedliche Nutzer an: wachsende Technologieunternehmen, Beratungen, Kreativagenturen, Planer, größere Unternehmenszentralen und Teams, die nicht täglich mit voller Belegschaft im Büro arbeiten. Moderne Flächen setzen weniger auf lange Flure und identische Räume, sondern auf Kollaboration, Projektzonen, Rückzug, Veranstaltungsbereiche und informelle Begegnung. Dachterrassen, Loggien, begrünte Innenhöfe und Fahrradstellplätze sind bei neueren Projekten keine Nebensache mehr, sondern Bestandteil der Arbeitsplatzqualität.


Auch das Umfeld ist für den Arbeitsalltag wichtig. In Laufweite liegen Hotels, Cafés, Restaurants, Fitness- und Freizeitangebote sowie der Hafenpark. Dieser bietet Basketballfelder, Skateanlagen, Grünflächen und direkten Zugang zum Mainufer. Für Unternehmen verbessert das die Attraktivität bei der Personalgewinnung. Ein Arbeitsplatz im Ostend lässt sich heute anders darstellen als noch vor 20 Jahren: nicht nur als funktionale Adresse, sondern als urbaner Standort mit eigener Identität.

Wie viele neue Büroflächen sind entstanden?


Eine amtliche Statistik ausschließlich für die Hanauer Landstraße existiert nicht. Zudem veröffentlichen Projektentwickler teils Bruttogrundflächen, teils Miet- oder Nutzflächen. Eine exakte Gesamtsumme wäre daher unseriös. Anhand größerer, öffentlich dokumentierter Projekte lässt sich die Größenordnung dennoch belastbar darstellen.


OstStern – Gewerbe Ost und West

Das OstStern befindet sich an der Hanauer Landstraße 121–123. Die beiden fertiggestellten Gewerbekomplexe bieten zusammen rund 18.000 Quadratmeter moderne Gewerbe- und Büroflächen.


THE DOCKS

Das Büroensemble THE DOCKS liegt in der Lindleystraße 8–10 und besteht aus vier Gebäudeteilen. Das vollständig fertiggestellte und vermietete Projekt verfügt über rund 14.500 Quadratmeter reine Bürofläche.


FRAMES

Das FRAMES an der Hanauer Landstraße 200 bietet rund 7.723 Quadratmeter moderne Mietfläche. Das fertiggestellte Bürogebäude ist seit 2026 vollständig vermietet.


HPQ Offices – ANQR Tower und ANQR House

An der Ecke Hanauer Landstraße und Honsellstraße entstehen mit dem ANQR Tower und dem ANQR House zwei neue Bürogebäude. Das derzeit im Bau befindliche Ensemble umfasst rund 64.700 Quadratmeter Mietfläche und soll voraussichtlich 2028 bezogen werden.


Allein diese vier Entwicklungen stehen für rund 105.000 Quadratmeter neue oder konkret im Bau befindliche Arbeits- und Gewerbeflächen. Rund 40.000 Quadratmeter davon sind bereits fertiggestellt; knapp 65.000 Quadratmeter entstehen im Hafenpark Quartier. Die Projekte umfassen zusammen neun größere Gebäudeteile. Das ist keine vollständige Straßenbilanz, aber eine belastbare Mindestgröße für den jüngeren Wandel im zentralen Ostend.


Besonders sichtbar wird die nächste Entwicklungsstufe im Hafenpark Quartier. Der 16-geschossige ANQR Tower wird ab 2028 neuer Hauptsitz der ING Deutschland. Die Bank hat rund 32.000 Quadratmeter für mehr als 3.000 Beschäftigte angemietet. Daneben entsteht das siebengeschossige ANQR House mit weiteren flexiblen Büroflächen. Für das gesamte Ensemble nennt der Entwickler über 3.800 Arbeitsplätze. Damit erhält das Ostend erstmals eine Unternehmensansiedlung in einer Größenordnung, die sonst eher mit der City oder der City West verbunden wird.


Investitionen: Nicht jede Summe ist öffentlich

Für viele private Immobilienprojekte werden keine Investitionsvolumen veröffentlicht. Deshalb lässt sich nicht seriös behaupten, wie viele Milliarden Euro direkt in die Hanauer Landstraße geflossen sind. Sichtbar ist aber, dass sowohl internationale Institutionen als auch Projektentwickler, Unternehmen und Automobilanbieter erhebliche Mittel gebunden haben.


Der wichtigste Impuls war der Neubau der Europäischen Zentralbank auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle. Die EZB bezifferte die damalige Schätzung der Gesamtinvestition auf 1,15 bis 1,2 Milliarden Euro. Das Gebäude liegt zwar an der Sonnemannstraße, prägt aber den westlichen Eingang zum Entwicklungsraum Hanauer Landstraße und Osthafen entscheidend. Auf dem früheren Mercedes-Areal wurden anschließend mit dem OstStern rund 400 Wohnungen sowie etwa 18.000 Quadratmeter Gewerbeflächen entwickelt. Das Hafenpark Quartier umfasst auf rund 34.000 Quadratmetern Grundstücksfläche Wohnungen, zwei Hotels, Einzelhandel und rund 65.000 Quadratmeter neue Büros.


Auch die Automeile investiert weiter. BMW modernisierte seine Niederlassung an der Hanauer Landstraße 255 und eröffnete sie 2025 nach einem Umbau von rund 13 Millionen Euro neu. BMW und MINI werden nun gemeinsam präsentiert; hinzu kam eine rund 2.000 Quadratmeter große Auslieferungswelt an der Hausnummer 182. Diese Investition zeigt, dass der stationäre Automobilhandel an der Hanauer Landstraße nicht verschwindet, sondern sich zu einem stärker digitalisierten Marken- und Erlebnisraum entwickelt.


Neue Standorte, neue Dynamik: Diese Unternehmen prägen die Hanauer


Der jüngere Mietermix ist breiter, als das Straßenbild zunächst vermuten lässt. Drees & Sommer bezog Anfang 2023 im OstStern seinen neuen Frankfurter Unternehmenssitz. Das Planungs- und Beratungsunternehmen mietete rund 5.500 Quadratmeter und realisierte dort ein flexibles, DGNB-Gold-zertifiziertes Arbeitskonzept. Für den Standort ist diese Ansiedlung symbolisch: Ein Unternehmen, das selbst Immobilien, Infrastruktur und nachhaltige Arbeitswelten plant, entscheidet sich bewusst für das ehemalige Mercedes-Areal im Ostend.


THE DOCKS zeigt die Mischung aus Technologie, Beratung, Medien und flexibler Arbeit. Zu den Mietern gehören das Softwareunternehmen Operations1, die Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan, Syngenta Agro, Materna Information & Communications, Havas Media, der Verlag für Standesamtswesen und der Coworking-Anbieter Spaces. Operations1 bezog 2022 rund 1.350 Quadratmeter, nachdem das wachsende Unternehmen bereits 2020 in den Frankfurter Osten gezogen war. Materna beschreibt den Standort mit Dachterrasse und Hafenlage als eigenen New-Work-Vorreiter.


In der Hanauer Landstraße 150 eröffnete das auf Datenanalyse und künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen statworx auf rund 1.400 Quadratmetern ein loftartig geplantes Headquarter. Das Lebensmittel-Start-up Oatsome, 2017 in Frankfurt gegründet, wuchs am Standort nach Angaben einer IHK-Studie innerhalb weniger Jahre auf rund 65 Beschäftigte. In unmittelbarer Nachbarschaft sitzt mit DE-CIX in der Lindleystraße 12 ein international bedeutender Betreiber von Internetknoten. Zusammen mit den Rechenzentren im östlichen Ostend und in Fechenheim bildet sich damit auch ein digitaler Schwerpunkt.


Eine weitere große Ansiedlung folgt 2026: Die Dr. Beckmann Group verlegt ihren Hauptsitz von Egelsbach in das FRAMES und belegt dort rund 7.400 Quadratmeter. Das Gebäude ist damit vollständig vermietet. 2028 wird die ING mit ihrem Deutschland-Hauptsitz den nächsten großen Schritt vollziehen. Die Entwicklung verläuft also nicht nur über kleine Kreativbüros. Inzwischen entscheiden sich auch etablierte Mittelständler und Konzerne für das Ostend.


Restaurants, Hotels und Freizeit: vom Arbeitsort zum Quartier


Mit den Büros veränderte sich die Gastronomie. Entlang der Straße und in den angrenzenden Hafenstraßen reicht das Angebot heute vom traditionsreichen Frankfurter Imbiss bis zum designorientierten Restaurant. Gref-Völsing verkauft an der Hanauer Landstraße 132 seit Generationen seine Rindswurst. Wenige Häuser weiter verbindet das 25hours Hotel The Goldman an der Nummer 127 Hotel, Restaurant und Oost Bar. Das italienische Restaurant ISOLETTA gehört dort zum aktuellen gastronomischen Angebot.


Auf dem Union-Gelände finden sich „Das Leben ist schön“ und das Starnberger Wirtshaus. In der Lindleystraße steht das pflanzenbasierte Restaurant Leuchtendroter für die jüngere, urbane Seite des Quartiers. Direkt am Main bietet das OOSTEN Restaurant, Sommergarten und Dachterrasse mit Blick auf Wasser und Skyline. In Richtung Fechenheim verbindet die Werkskantine in der Klassikstadt moderne Frankfurter Küche mit Oldtimer-Werkstätten und historischer Industriearchitektur.


Auch die Hotellerie ist Teil der Standortentwicklung. Das 25hours The Goldman war früh ein Signal für den kreativen Wandel. Das Scandic Frankfurt Hafenpark ergänzt das Umfeld heute um 505 Zimmer, Restaurant, Bar sowie große Konferenz- und Veranstaltungsflächen. Damit können Unternehmen Kunden, Bewerber und Tagungsgäste direkt im Quartier unterbringen. Aus einer reinen Arbeitsadresse ist ein Standort geworden, an dem sich Geschäftsessen, Veranstaltung, Übernachtung und Freizeit miteinander verbinden lassen.


Starke Marken, feste Adresse – die Automeile an der Hanauer


Die Hanauer Landstraße ist weiterhin eine der wichtigsten Automobiladressen im Rhein-Main-Gebiet. Porsche ist an der Hausnummer 220a vertreten, BMW an der 255, Maserati an der 196, Land Rover an der 295 und Lexus an der 431. Neben Verkauf und Werkstatt geht es zunehmend um Markeninszenierung, digitale Konfiguration, individualisierte Beratung und hochwertige Fahrzeugübergabe.


Das automobile Angebot reicht über die direkte Straße hinaus. In den angrenzenden Gewerbestraßen rund um die Klassikstadt befinden sich Spezialisten und Showrooms für Oldtimer und Supersportwagen. Die Dörr Group vertritt in Frankfurt unter anderem McLaren und Bugatti an der Orber Straße sowie Lamborghini an der Cassellastraße. Dadurch ist im Frankfurter Osten ein zusammenhängendes Automobilcluster entstanden, das von Volumenmarken über Premiumanbieter bis zu seltenen Sammler- und Supersportwagen reicht.


Wo die Hanauer überzeugt – und wo sie fordert


Die größten Vorteile liegen in der Kombination. Unternehmen erhalten eine citynahe Adresse, direkte Straßenbahn- und Autobahnanbindung, unterschiedliche Flächengrößen und ein Umfeld, das deutlich lebendiger geworden ist. Die Nähe zu EZB, Mainufer, Ostbahnhof, Osthafen und Innenstadt schafft Sichtbarkeit. Moderne Gebäude bieten zertifizierte Nachhaltigkeit, flexible Grundrisse und Außenflächen, während ältere Gewerbehöfe Charakter und teilweise ungewöhnliche Raumkonzepte ermöglichen.


Der Standort hat aber auch Grenzen. Verkehrslärm, Staus, Baustellen und Schwerverkehr gehören zur Realität. Nicht jeder Abschnitt besitzt dieselbe Aufenthaltsqualität, und die fußläufige Verbindung zwischen einzelnen Teilbereichen ist stellenweise noch unkomfortabel. Im Osthafen besteht zudem ein Spannungsfeld: Er soll Produktions- und Logistikstandort bleiben, während an seinen Rändern hochwertige Wohnungen, Büros und Gastronomie entstehen. Die IHK Frankfurt forderte im August 2026 zusätzliche städtische Investitionen in Straßen-, Schienen- und Wasserstraßeninfrastruktur, weil Teile des Hafennetzes sanierungsbedürftig sind.


Langfristig könnte der Riederwaldtunnel die überregionale Straßenanbindung im Frankfurter Osten verändern. Der geplante Lückenschluss zwischen A66 und A661 wird von der Autobahn GmbH derzeit mit rund 1,5 Milliarden Euro und einer voraussichtlichen Fertigstellung 2033 angegeben. Bis dahin bleiben Bauabläufe, Verkehr und Terminrisiken wichtige Faktoren.


Ecken, Kanten und jede Menge Profil


Die Hanauer Landstraße ist kein austauschbarer Bürostandort. Ihre Qualität entsteht gerade aus der Mischung von Industriegeschichte, Hafenbetrieb, moderner Architektur, Technologie, Gastronomie und Automobilkultur. Wer repräsentative Ruhe wie im Westend erwartet, wählt die falsche Adresse. Wer hingegen einen gut angebundenen, wandelbaren und wirtschaftlich vielfältigen Standort mit eigenem Charakter sucht, findet zwischen Ostbahnhof und Osthafen inzwischen bemerkenswerte Möglichkeiten.


Mit mehr als 40.000 Quadratmetern jüngst fertiggestellter Büro- und Gewerbeflächen und rund 65.000 weiteren Quadratmetern im Bau ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Drees & Sommer, Dr. Beckmann und künftig ING zeigen, dass sich das Ostend von einer Alternative zu einem eigenständigen Unternehmensstandort entwickelt hat. Die Hanauer Landstraße bleibt dabei, was sie immer war: eine produktive Achse im Frankfurter Osten – nur mit neuen Arbeitswelten, neuen Nachbarn und deutlich mehr urbanem Leben.

Meine Hanauer – mein Stück von Frankfurt am Main.


Graustufenansicht eines modernen Gebäudes mit der Zahl 182 vor wolkigem Himmel. BMW GROUP

Mit der Adresse Hanauer Landstraße 182 verbindet mich eine sehr persönliche Geschichte. Ende der 1990er-Jahre arbeitete ich dort als Juniorverkäufer für BMW. Es war eine großartige und prägende Zeit, an die ich bis heute gerne zurückdenke. Meine Verbindung zu BMW führte mich später sogar bis nach Portugal.


Damals war die Hanauer noch keine moderne, durchgestylte Automeile. Mit BMW waren wir als Premiummarke an unserem Standort nahezu allein. Von einigen kleineren Autohändlern abgesehen, ging es im Vergleich zu heute fast beschaulich zu. Die Straße war rau, direkt und eigenwillig – und genau darin lag ihr besonderer Charme.


Nach dieser meiner Zeit orientierte ich mich beruflich um und arbeitete mich intensiv in ein anderes Fachgebiet ein. 2019 führte mich mein Weg schließlich zurück an die Hanauer: zu einem anderen Unternehmen und in eine völlig neue Branche. Dadurch lernte ich die Straße ein zweites Mal kennen – moderner, vielfältiger und selbstbewusster als früher. Die einst raue Gewerbeachse hatte sich zu einem lebendigen Unternehmensstandort mit neuen Büros, Hotels, Restaurants und außergewöhnlichen Konzepten entwickelt.


Seit dieser Rückkehr ist meine Verbindung zur Hanauer wieder so lebendig wie damals. Es ist schön, erneut hier zu sein, ihre weitere Entwicklung zu begleiten und mit meinen Beiträgen zu ihrer Sichtbarkeit beizutragen. Wenn eine Pause ansteht, zieht es mich gerne in mein Lieblingsrestaurant „Das Leben ist schön“. Anschließend gehört ein Americano bei BMW für mich beinahe schon zum persönlichen Hanauer-Ritual. Und hier ist der Beitrag „Das Leben ist schön“ .


Sollte eure persönliche Entdeckung der Hanauer erst an dieser Stelle beginnen, dann lest die Beiträge, besucht die Straße und macht euch selbst ein Bild. Denn die Hanauer erschließt sich nicht im Vorbeifahren. Sie bietet weit mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.


Nehmt euch die Zeit, anzuhalten und sie persönlich kennenzulernen. Man muss sie sehen, ihren besonderen Rhythmus spüren und sie vor Ort erleben – unsere Hanauer Landstraße.

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