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bellasLOKAL in Bad Soden: Heimatküche auf höchstem Niveau

Autorenbild: Von Peter Breul
Von Peter Breul
vor 6 Tagen
8 Min. Lesezeit

Isabelle Perings gehobenes Restaurant in Bad Soden-Altenhain


Korb mit Obst, Gemüse, Pilzen und Blumen auf nassem Fels vor nebligen Bergen im Sonnenaufgang.
bellasLOKAL Bad Soden - Altenhain: So schmeckt der Taunus bei Isabelle Pering

Mitten in Altenhain liegt das bellasLOKAL Bad Soden – ein Restaurant, das seine regionale Heimat mit moderner Küche verbindet. Zwischen alten Häusern und den Streuobstwiesen des Taunus prägt Isabelle Pering eine Küche, die fest in der Region verwurzelt ist und dennoch zeitgemäß denkt. Deutsche Küche wird hier nicht kopiert, sondern mit präzisem Handwerk, klaren Aromen und Respekt vor dem Produkt neu interpretiert. Ein Restaurant, das keine große Bühne braucht – weil seine Küche für sich spricht.

bellasLOKAL Bad Soden: So schmeckt der Taunus bei Isabelle Pering

Verantwortlich dafür ist Isabelle Pering, Inhaberin und Küchenchefin. Sie hat in einigen der renommiertesten Küchen Deutschlands gearbeitet, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrte und sich mit 29 Jahren selbstständig machte. Ihr Restaurant ist gehoben, aber nicht steif; ambitioniert, aber nicht effekthascherisch. Die Gerichte tragen reduzierte Namen wie „Reh – Quitte – Mirabelle – Lorbeer“ oder „Kartoffel – Rettich – Schnittlauch“. Was auf der Karte beinahe spröde wirkt, ist Ausdruck eines klaren Gedankens: Jede Zutat soll erkennbar bleiben, jede Komponente einen geschmacklichen Sinn erfüllen und nichts allein zur Dekoration auf dem Teller liegen.


Eine Köchin kehrt mit großer Erfahrung nach Hause zurück

Der Weg von Isabelle Pering in die Spitzengastronomie war ursprünglich nicht geplant. Nach dem Abitur wollte sie Medizin studieren. Während sie auf einen Studienplatz wartete, begann sie eine Ausbildung zur Köchin im damaligen Grand Hotel Kempinski in Königstein-Falkenstein. Dort entdeckte sie, dass dieser Beruf vieles vereinte, was sie suchte: Kreativität, handwerkliche Genauigkeit, Abwechslung und den unmittelbaren Kontakt mit Menschen. Als sich später die Möglichkeit zum Medizinstudium ergab, hatte die Küche längst gewonnen.


Es folgten Stationen, die in der deutschen Gastronomie einen ausgezeichneten Ruf genießen. Im Mannheimer Opus V lernte Pering die Abläufe einer mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Küche kennen. Danach führte ihr Weg zu Kevin Fehling ins Hamburger The Table, das drei Michelin-Sterne trägt. In Frankfurt arbeitete sie im Restaurant Gustav und übernahm dort zeitweise die Position der Sous-Chefin.


Anschließend wechselte sie in einen ganz anderen gastronomischen Maßstab: Als Küchenchefin für zwölf Lufthansa-Lounges am Frankfurter Flughafen kochte sie weniger selbst, sammelte dafür aber wertvolle Erfahrungen in Organisation, Personalführung und Management. Zu dieser beruflichen Disziplin passt ein weiterer Teil ihrer Biografie. Pering war Leistungsschwimmerin und startete bei Deutschen Meisterschaften. Die Fähigkeit, konzentriert zu trainieren, Belastungen auszuhalten und die eigene Leistung stetig weiterzuentwickeln, prägte später auch ihre Arbeit in der Küche. Gleichzeitig wollte sie in ihrem eigenen Betrieb einen anderen Ton setzen als jenen rauen, hierarchischen Umgang, den sie in Teilen der Spitzengastronomie kennengelernt hatte. Ihr Ziel war ein familiärer, respektvoller Führungsstil – für ein Team, das hohe Ansprüche erfüllen kann, ohne dass Menschlichkeit dabei verloren geht.


Der entscheidende Hinweis auf die künftige Selbstständigkeit kam aus der Familie. Ihr Vater machte sie auf eine leer stehende Gaststätte in Altenhain aufmerksam. Das Gebäude an der Langstraße 15 blickt auf eine lange gastronomische Geschichte zurück. Zuvor war dort über Generationen das Gasthaus „Zur Krone“ beheimatet, bekannt für gutbürgerliche Küche, Schnitzel, Schlachtplatten, Tafelspitz und hessische Spezialitäten. Nach Angaben Perings wird in dem Haus bereits seit dem 19. Jahrhundert Gastronomie betrieben.


2021 eröffnete sie dort das bellasLOKAL und gab dem vertrauten Ort eine vollständig neue kulinarische Ausrichtung.


Vom Traditionsgasthaus zur zeitgemäßen Heimatküche

Der Wandel verlief nicht ohne Reibung. Viele Menschen in Altenhain kannten das Haus seit Jahrzehnten und verbanden damit eine klassische Dorfwirtschaft. Entsprechend groß war die Erwartung, nach dem Umbau wieder Schnitzel und vertraute Hausmannskost bestellen zu können. Stattdessen servierte die junge Küchenchefin moderne Menüs, verzichtete auf die übliche À-la-carte-Auswahl und stellte Kombinationen vor, die sich erst erschließen wollten. Einer der frühen Hauptgänge verband beispielsweise Rind mit Quitte – ohne die erwartete Sättigungsbeilage. Ein Teil des Publikums reagierte skeptisch, manche Gäste kamen nicht wieder. Doch Pering hielt an ihrer Idee fest. Ihr Verständnis von Heimatküche besteht nicht darin, alte Rezepte unverändert zu wiederholen. Sie zerlegt vertraute Geschmacksbilder, prüft ihre wesentlichen Bestandteile und setzt sie in einer neuen Form zusammen. Regionalität ist dabei keine dekorative Erzählung, sondern die Grundlage der Speisekarte.


Das Menü wechselt in der Regel alle vier Wochen. Bevor ein neues entsteht, spricht die Küchenchefin mit ihren Erzeugern: Was wächst gerade besonders gut? Welche Kartoffeln, Wurzeln, Früchte oder Kräuter sind verfügbar? Welche Produkte haben genau jetzt ihre beste Qualität? Die Antworten bestimmen den Inhalt der Küche stärker als ein langfristig festgelegtes Wunschmenü. Das Obst kommt unter anderem von Bauern aus der direkten Umgebung. Die Streuobstwiesen rund um das Restaurant liefern Äpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen und Nüsse – Zutaten, die den Taunus geschmacklich unmittelbar auf den Teller bringen.


Schweinefleisch bezieht das Restaurant vom Biohof May. Rind stammt vom Erzeuger „Der Vogelsberg“ in Romrod. Die Hühner kommen von Odefey & Töchter, einem Biohof, der seinen Tieren großzügigen Auslauf zwischen Weiden und Obstbäumen bietet. Beim Gemüse arbeitet das bellasLOKAL vor allem mit dem Gemüsehof Reinheimer in Ginsheim-Gustavsburg zusammen. Kleinere Mengen kommen von Tomaten Heidi in Offenbach und vom Biohof Ochsenschläger in Biblis.


Damit bekommt der viel verwendete Begriff „regional“ eine überprüfbare Struktur. Pering kennt die Betriebe, ihre Arbeitsweise und die Herkunft ihrer Lebensmittel. Artgerechte Tierhaltung, ökologische Erzeugung und kurze Wege gehören zum Konzept. Die Küche kann dadurch nicht jederzeit alles anbieten – und genau diese Begrenzung wird zur Stärke. Wenn ein Produkt nicht verfügbar ist oder seine Qualität kurzfristig nicht den Ansprüchen entspricht, kann sich ein Gericht ändern. Frische hat Vorrang vor starrer Planbarkeit.

Das Würzen folgt dieser Konzentration auf das Produkt. In der Küche wird bewusst zurückhaltend mit Gewürzen gearbeitet. Salz, Butter, Säure, etwas Süße und wenige gezielte Akzente sollen den Eigengeschmack unterstützen, nicht überdecken. Das verlangt sehr gute Ausgangsprodukte und eine präzise Beherrschung der Garung, der Temperaturen und der Texturen. Wo intensive Gewürzmischungen fehlen, wird jede Unsauberkeit sichtbar. Purismus ist hier deshalb nicht mit Einfachheit zu verwechseln. Er ist das Ergebnis bewusster Reduktion.


Was im bellasLOKAL auf den Teller kommt

Die im Spätsommer 2026 angebotene Menüfolge trägt den Namen „Bach und Wiese“. Schon der Titel beschreibt die kulinarische Landschaft, aus der Pering ihre Ideen gewinnt.

Den Auftakt bildet die Verbindung „Mais – Pimientos“. Danach stehen die Gäste vor der Wahl zwischen „Reh – Quitte – Mirabelle – Lorbeer“ und der vegetarischen Komposition „Gelbe Bete – Wassermelone“. Es folgt „Kartoffel – Rettich – Schnittlauch“, bevor „Huhn – Paprika – Petersilie“ oder alternativ „Lauch – Pilze – Zwiebel“ den herzhaften Höhepunkt bildet. Den süßen Abschluss gestalten „Pavlova – Zwetschge – Blüte“ sowie „Aprikose – Feigenblatt – Mandel“.


Diese knappen Bezeichnungen sind typisch für das Restaurant. Sie versprechen keine lange Liste komplizierter Techniken und verraten dennoch viel über die Dramaturgie.


Reh trifft auf die herbe Frucht der Quitte, die reife Süße der Mirabelle und den würzigen Ton des Lorbeers. Kartoffel, Rettich und Schnittlauch übersetzen ein beinahe alltägliches deutsches Geschmacksbild in die Sprache eines feinen Menüs. Beim Huhn setzen Paprika und Petersilie klare, sommerliche Akzente, während Lauch, Pilze und Zwiebel als vegetarische Alternative auf erdige Tiefe und Röstaromen hoffen lassen. Zum Dessert begegnen sich die Leichtigkeit einer Pavlova und die dunklere Fruchtigkeit der Zwetschge. Aprikose, Feigenblatt und Mandel führen den Spätsommer schließlich aromatisch weiter.

Diese Preise ordnen das bellasLOKAL klar im Fine-Dining-Segment ein, bleiben im Vergleich zu vielen mehrgängigen Menüs in den Metropolen jedoch nachvollziehbar. Zugleich ist wichtig: Die Karte wechselt regelmäßig. Durch die konsequente Orientierung an Frische und Verfügbarkeit können Gerichte auch kurzfristig angepasst werden.


Vegetarische Gäste erhalten nicht bloß entfernte Fleischkomponenten oder beiläufige Ersatzlösungen. Die Alternativen sind als eigenständige Gerichte gedacht: Gelbe Bete und Wassermelone stehen nicht im Schatten des Rehs, ebenso wenig wie Lauch, Pilze und Zwiebel nur eine reduzierte Variante des Huhns darstellen.


Wir heben ausdrücklich hervor, dass das Menü vegetarisch gewählt werden kann und Pering dabei ein Gespür für harmonische Geschmacksbilder zeigt.

Eine eigene, kompaktere Menüfolge wird sonntags mittags angeboten. Auch hier zeigen Kombinationen wie „Fenchel – Pfirsich – Gurke“, „Krabben – Stachelbeere – Salat“, „Risotto – Spinat – Rose“ oder „Schokolade – Verveine“, wie selbstverständlich Gemüse, Obst, Kräuter, Fleisch und Meeresprodukte in Perings Küche miteinander ins Gespräch kommen.


Die Gerichte wirken weder laut noch überladen. Ihr besonderer Reiz entsteht aus Kontrasten, aus einer fein abgestimmten Balance und aus dem Zusammenspiel unterschiedlichster Zutaten. Vertraute Produkte erhalten durch unerwartete Begleiter plötzlich eine neue geschmackliche Tiefe. Was dabei auf dem Teller entsteht, ist weit mehr als ein gelungenes Gericht: Es ist ein kleines Freudenfest für die Geschmacksknospen. Wir haben es selbst erlebt, jeden einzelnen Gang mit großer Neugier genossen und dabei vor allem eines gespürt – pure Freude.


Zum Menü gehört eine sorgfältig zusammengestellte Weinauswahl. Das Restaurant achtet auch bei Getränken auf hochwertige, ökologische und nachhaltige Produktion. Neben der Flaschenkarte werden passende Weine glasweise angeboten. Wer keinen Alkohol trinken möchte, muss sich nicht mit Wasser oder einer beliebigen Limonade begnügen: Auch hier wird eine alkoholfreie Menübegleitung angeboten. Gerade in einem Restaurant, dessen Küche von feinen Abstufungen lebt, ist das mehr als ein Zusatzangebot. Eine gute Begleitung kann Säure, Frucht, Kräuter oder Röstaromen aufnehmen und dadurch die Dramaturgie eines Ganges verlängern.


Ein stiller Erfolg mit großer Wirkung

Das bellasLOKAL ist kein Ort für gastronomisches Spektakel. Der Gastraum ist hell, geschmackvoll und klar gestaltet. Eine offene Küche macht die Arbeit des Teams sichtbar; im Sommer erweitert eine hübsche Terrasse das kleine Restaurant. Die Atmosphäre des Restaurants passt zur Küche: konzentriert und hochwertig, zugleich aber warm und keineswegs kühl. Auch die Gestaltung des Lokals trägt diese besondere Haltung in sich. Mit spürbarer Finesse und viel Liebe zum Detail wurde ein Raum geschaffen, in dem nichts überladen wirkt und dennoch kaum etwas dem Zufall überlassen scheint. Die zurückhaltende Eleganz verleiht dem Restaurant eine wohltuende Ruhe und lässt sofort das Gefühl entstehen, angekommen zu sein. Hier darf der Alltag für einige Stunden in den Hintergrund treten, während sich der Gast ganz auf die fein komponierte Folge von Aromen einlässt. bellasLOKAL ist damit nicht nur ein Ort für gutes Essen, sondern eine stilvolle Auszeit – geschaffen für Menschen, die Qualität, Persönlichkeit und leise Eleganz zu schätzen wissen.


Die überschaubare Größe ist dabei ein wichtiger Teil des Erlebnisses. Sie schafft Nähe zwischen Küche, Service und Gästen, lässt Raum für Erklärungen und macht spürbar, dass hier kein anonymes Gastronomiekonzept abgespult wird. Der Abend erhält vielmehr einen persönlichen, fast privaten Charakter. Dass dieser Ansatz inzwischen weit über Altenhain hinaus wahrgenommen wird, zeigen die Auszeichnungen. Gault&Millau ernannte Isabelle Pering 2025 zur „Aufsteigerin des Jahres“ und bewertete ihre Küche mit drei von fünf Kochhauben. Und die Aufnahme in den Guide von Michelin.

Bemerkenswert ist dabei, dass hinter dem Restaurant kein großer Investor und keine Hotelgruppe steht. Es ist ein persönlicher, inhabergeführter Betrieb, entstanden aus der Idee einer jungen Köchin, in ihrer Heimat etwas Eigenständiges zu schaffen. Der Ort bleibt ein Treffpunkt für Menschen, die gutes Essen schätzen. Tradition lebt hier nicht in unveränderten Rezepten weiter, sondern in Gastfreundschaft, Handwerk und dem Respekt vor der Region. Für den Taunus ist das bellasLOKAL deshalb mehr als nur ein weiteres gehobenes Restaurant. Es beweist, dass eine anspruchsvolle Küche nicht zwingend eine Frankfurter Innenstadtlage, ein Luxushotel oder eine spektakuläre Architektur benötigt.


Entscheidend sind eine klare Handschrift, hervorragende Produkte und die Bereitschaft, den eigenen Weg auch dann fortzusetzen, wenn er zunächst nicht jedem vertraut erscheint. Isabelle Pering hat aus einem Ort voller Erinnerungen eine zeitgemäße Genussadresse gemacht. Wer sich auf ihre Küche einlässt, erlebt den Taunus nicht als Kulisse, sondern als Geschmack – konzentriert, saisonal und überraschend modern.


Informationen für Ihren Besuch im bellasLOKAL

bellasLOKAL

Langstraße 15

65812 Bad Soden am Taunus-Altenhain


Geöffnet ist das Restaurant montags, donnerstags, freitags und samstags von 18.00 bis 24.00 Uhr sowie sonntags mittags. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage.

Da sich Öffnungszeiten, Menüs und Preise ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die Restaurantwebsite.

Telefon: +49 6174 9529141 E-Mail: info@bellaslokal.de Internet: https://bellaslokal.de

Wichtig für Gruppen mit mehr als sechs Personen bittet das Restaurant um direkte Kontaktaufnahme. Aufgrund der offenen Küche können Hunde nicht mitgebracht werden. Wir wünschen Frau Pering und ihrem Team, dass sie ihren Weg weiterhin mit derselben Leidenschaft, Präzision und Freude gehen. Möge ihre kulinarische Handschrift weit über Altenhain hinaus Menschen erreichen und sie für einen Abend gefangen nehmen – nicht durch laute Effekte, sondern durch die leise Kraft des Geschmacks. Denn was unter ihren Händen entsteht, berührt nicht nur den Gaumen: Es wird zu einer Erinnerung, die den Gast noch lange nach dem letzten Gang begleitet. Mit den besten Wünschen an Frau Pering und ihr Team – und mit großer Vorfreude auf viele weitere kulinarische Geschichten aus dem bellasLOKAL.

Herzlichst Ihre Redaktion des ON LIFESTYLE-MAGAZINS

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